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EDITORIAL

Nachts und nach dem fünften Bier

Lothar Albert
Chefredakteur und Herausgeber

Beim Trading gibt es einige Dinge, über die man immer wieder tiefgründig nachdenken muss, um sie irgendwann einmal tatsächlich zu verinnerlichen. Punkt eins ist natürlich das Risiko-Management. Jeder Neuling im Trading muss versuchen, zumindest so lange am Markt zu bestehen, bis er die Bedeutung dieses Punktes wirklich erkannt hat. Hier liegt die Betonung ganz klar auf dem Wort „wirklich“. Denn die meisten Leute verstehen den Inhalt eines Artikels oder dieses Editorials problemlos, aber glauben Sie mir, schon wenig später ist es wieder in Vergessenheit geraten. Deswegen setzen sie dann auch keine Stopps und erhöhen die Risiken, obwohl sie vorher bereits auf die richtige Vorgehensweise gestoßen waren. Ganz nach dem Motto „Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus“. Denken Sie doch einmal darüber nach, was es heißt, eine Sache wirklich und absolut endgültig, sozusagen unauslöschbar, verinnerlicht zu haben. Sie werden sich jetzt fragen, wie so etwas denn festzustellen ist. Verinnerlicht ja oder nein – kann man das messen? Klar, nichts leichter als das. Jedes Mal, wenn Sie auch nur ans Trading denken, muss der Gedanke an das Risiko-Management automatisch mitschwingen, ohne dass Sie sich dessen aktiv bewusst sind. Das heißt nicht nur beim Trading selbst, sondern auch bei der Vorbereitung und Auswertung, am Wochenende, im Urlaub, sogar nachts beim Schlafen und auf der nächsten Party nach dem fünften Bier. Es muss mit Ihrem Denken verwachsen. Also, setzen Sie alles daran, zu den Leuten zu gehören, die die Sache mit dem Risiko-Management nicht in zehn Minuten wieder vergessen haben! Wenn es eine einzelne Sache gibt, die man sich von Profis abschauen sollte, dann ist es das: Deren Umgang mit dem Risiko.

Good Trading!