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EDITORIAL

Lothar Albert Chefredakteur und Herausgeber

Warum Traden besser ist als Pokern

Gute Pokerspieler haben oft gute Voraussetzungen, um auch im Trading überdurchschnittlich erfolgreich zu sein. Aber warum?

Es sind die taktischen Herausforderungen, die sich so stark ähneln. Pokerspieler müssen im Extremfall in der Lage sein, stundenlang schlechte Karten wegzuwerfen, wenn keine brauchbaren Hände oder Blätter dabei sind. Analog dazu ist es im Trading wichtig, nur die besten Setups zu handeln und die anderen Hände gar nicht erst zu traden, also zu „folden“, wie es im Pokerjargon heißt. Noch schwieriger ist es, eine gute Starthand im Poker wegzuwerfen, wenn die Umstände es erfordern. Zum Beispiel dann, wenn man ein Ass und die Zahl neun auf der Hand hat, aber auf dem Flop (den drei Gemeinschaftskarten, die potenziell die Blätter aller Spieler aufwerten können) ein König und die Zahl Zehn erscheinen und andere Spieler mit dem Setzen beginnen. Dann war zwar die Ausgangssituation gut, aber das Szenario kam nicht zum Zug und andere Spieler haben nun mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Vorteil (ein Paar Könige oder ein paar Zehner sind höher als ein einzelnes Ass). Analog dazu ist es auch im Trading wichtig, trotz eines anfangs „perfekten“ Setups den Trade im Verlust glattzustellen, wenn irgendein ungünstiger Effekt das Ganze durcheinandergebracht und die Wahrscheinlichkeit gegen den Trader gedreht hat.

Allerdings ist Trading nicht das Gleiche wie Poker – es ist besser. Denn während man beim Poker durch rundenweise Zwangseinsätze (sogenannte „Blinds“) mitunter zum Setzen gezwungen wird und auch andere Spieler durch ihre Einsätze beeinflussen, wie viel man riskieren muss, haben Sie im Trading völlig freie Hand, ob und in welcher Höhe Sie mitspielen. Und das sind doch fantastische Voraussetzungen, um sich auf das zu fokussieren, was Sie gut können: Ihre besten Blätter spielen!

Good Trading!