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EDITORIAL

Ein wenig Murphology

Lothar Albert Chefredakteur und Herausgeber

Sicher kennen Sie Murphys Gesetz – etwa von der Supermarktkasse, wenn die eigene Schlange immer die längste zu sein scheint. „Wenn etwas schiefgehen kann, dann wird es auch schiefgehen.“ Es gibt auch eine ganze Reihe von Sprichwörtern, die auf Trader gemünzt sind. Zum Beispiel Sodds zweites Gesetz: „Früher oder später wird sich das Schlimmste ereignen.“ Boom! Crash! Gerade aktuell wieder. Deshalb gilt: „Jedes System muss so geplant sein, dass es der schlimmsten Form der Umstände widerstehen kann.“ Fürs Trading bedeutet das nichts anderes, als dass man sich gegen Verluste wappnen muss. Natürlich kann man sich nicht gegen alles absichern, aber für die meisten beginnt das Problem ja schon früher. „Jedes System muss so geplant sein ...“ setzt voraus, dass überhaupt ein System vorhanden ist, um an den Märkten erfolgreich zu sein. Ein System kann kompliziert oder einfach sein. Grundlegend: Zunächst muss etwas geschehen, damit man eine Position eröffnet. Ob das Earnings, Meldungen oder Charts sind, spielt keine Rolle. Das ist Schritt 1. Nun bewegt sich die Aktie wie gewünscht – oder eben nicht. Ihr Wunsch ist natürlich, dass die Aktie steigt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass sie fällt. Sie müssen sich auf beide Szenarien einstellen. Im ersten Fall brauchen Sie ein Kursziel oder einen nachziehenden Stopp, damit aus einem Gewinner kein Verlierer mehr wird. Geht die Aktie gegen Sie, so brauchen Sie eine Regel zur Verlustbegrenzung, etwa einen Stopp. Zusammen mit Punkt 3, dem Money-Management, das Ihnen sagt, wie viel Kapital Sie im jeweiligen Trade einsetzen sollen, haben Sie alle Bausteine eines Systems.

Egal welchem Ansatz Sie folgen: Wenn Sie diese Komponenten benutzen, dann sind sie gegen alle Umstände gewappnet. Das bedeutet nicht, dass Sie keine Verluste mehr machen werden, aber Sie können zumindest Murphys letzte Philosophie falsifizieren: „Lächle … Morgen wird es schlimmer.“

Good Trading!